SOS

Gedenkzeremonie
Sonntag, 08.09.2019

Auch in diesem Jahr wurde die FRANS-Kampagne „Zehntausend Gründe – Suizid verhindern“ mit der sonntäglichen Gedenkzeremonie eingeleitet. Am Mainufer wurde zwischen Ignatz-Bubis-Brücke und Flößerbrücke mitten in der Stadt ein Raum für Hinterbliebene und Trauer geschaffen, um sich gemeinsam zu erinnern und zu gedenken. Ein Abschiedsritual für die Menschen, die sich das Leben genommen haben, aber auch diejenigen, die hinterlassen wurden. Durch die Zeremonie führte Angela Ruhr (Bistum Limburg), eine sehr persönliche Ansprache von Vera Pfeil (AGUS e.V.) berührte alle Teilnehmenden und die Musik eines Akkordeon-Querflöten-Duos bot einen schönen Rahmen für diese Veranstaltung. Zum Gedenken an die Verstorbenen wurden auch dieses Jahr wieder Rosen in den Main gegeben. Abschließend wurde bei gemeinsamen Tee, Kaffee und Gebäck ein Miteinander und Beieinandersein ermöglicht. Gedenkzeremonie

Infostand
Montag, 09.09.2019

Der diesjährige Infostand fand am 09.09.2019 von 15.00 – 18.00 Uhr auf der Leipzigerstraße in Bockenheim statt. Nachdem wir in den letzen Jahren in Bornheim und der Innenstadt vertreten waren, wurde diesesmal ein anderer Frankfurter Stadtteil auserkoren. Das eher graue Wetter an diesem Tag machte eine längere  Sonnenpause und so konnten wir in den drei Stunden viele Passanten mit unserem Infomaterial erreichen. Viele Menschen konnten wir mit dieser öffentlichen Aktion ermutigen, sich über die Themen Suizidalität und Suizidprävention zu informieren. Und wie schon so oft konnten wir die Erfahrung machen, dass durch offenes Präsenzzeigen Stigmata und Tabus doch häufig gebrochen werden können und die Gelegenheit genutzt wird, über diese Themen offen zu sprechen. Neben den hellgrünen Luftballons wurden auch viele grüne Stofftragetaschen mit unseren Flyern verteilt und sorgten dafür, dass überall auf der Leipzigerstraße hellgrüne Farbflecken zu sehen waren. Grün als Frabe der Hoffnung leuchtete lebensfroh für ein ernstzunehmnedes Thema.

„Wenn Liebe nicht reicht – Wie die Depression mir den Vater stahl“
Montag, 10.09.2019

Um 19.30 Uhr fand die zentrale Abendveranstaltung der Kampagne im Haus am Dom statt: Markus Kavka im Gespräch mit Autorin Nova Meierhenrich. Die Grußworte hielten Stadtrat Stefan Majer, Gesundheitsdezernent der Stadt Frankfurt a.M. sowie Susanne Strombach von der AOK Hessen. Der Andrang war groß und unsere prominenten Gäste lockten zahlreich das Publikum an. Die Schauspielerin und Moderatorin Nova Meierhenrich musste in ihrem Leben die schmerzvolle Erfahrung des Suizids ihres Vaters durchmachen. Trotz Hilfe und Unterstützung konnte er die Depression nicht überwinden und nahm sich das Leben. Nachdem sie dieses Familienschicksal lange vor der Öffentlichkeit bewahren konnte, wurde sie letztlich unfreiwillig von der Presse dazu gedrängt, sich dazu zu äußern. Sie beschloss schließlich, in die Offensive zu gehen, dazu beizutragen, die Themen Depression und Suizidalität aus der Tabuzone zu holen und das dramatische Erlebnis für etwas Gutes zu nutzen. Sie schrieb das Buch „Wenn Liebe nicht reicht – wie die Depression mir den Vater stahl“. Sie berichtet davon, was diese Krankheit auch für Nahestehende bedeutet, was die Last, einen geliebten Menschen durch Suizid zu verlieren, mit einem selber macht. Und wie es hilft, das Schweigen zu brechen.
Wir freuen und bedanken uns, dass Nova die Geschichte Ihres Vaters mit uns geteilt und somit anderen Menschen in vergleichbaren Situationen Mut gemacht hat. Wie wir an diesem Abend erfahren haben, ist sie im Rahmen unserer Veranstaltung das erste Mal seit Veröffentlichung des Buches an die Öffentlichkeit gegangen, daher nochmal ein umso größeres Dankeschön, wir wissen ihren Einsatz zu schätzen! Im Anschluss an das Gespräch gab es zahlreiche Publikumsfragen, welche Nova einfühlsam und authentisch beantwortete. Im Anschluss konnte das Publikum ihr Buch erwerben und signieren lassen.
Auch bedanken möchten wir uns bei Markus Kavka, dem Moderator des Abends. Er engagiert sich seit Jahren in dem Verein „Freunde fürs Leben e.V.“, unter anderem indem er Prominente interviewt und mit ihnen über ihre persönlichen Krisen und Wege der Bewältigung sowie über die Themen Depression und Suizid spricht – um aufzuklären und zu entstigmatisieren.
Der schöne Abend zu einem traurigen und ernsten Thema war eine tolle Veranstaltung und ein weiterer Meilenstein in der Enttabuisierung von psychischen Erkrankungen und Suizidalität.

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An dieser Stelle nochmals ein Dankeschön an die AOK Hessen für die finanzielle Unterstützung, an den Selbsthilfe e.V. für die tolle Kooperation, an alle Mitglieder von FRANS, die bei den Veranstaltungen präsent waren, sowie an unsere Praktikanten! Jeder hat einen Teil dazu beigetragen, dass die diesjährige Kampagne „Zehntausend Gründe – Suizid verhindern“ anlässlich des Welttags der Suizidprävention so gut und erfolgreich, aber auch mit viel Engagement und Freude stattfinden konnte!

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