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Rückblick Zehntausend Gründe – Welttag der Suizidprävention 2021

Plakatkampagne

Rund um den Welttag der Suizidprävention am 10. September organsierte das Frankfurter Netzwerk für Suizidprävention (FRANS) eine Kampagne, um in Kooperation mit einigen reginalen bekannten Persönlichkeiten auf das Thema Suizid aufmerksam zu machen. Rund um den 10. September zierten die Plakate das Stadtbild und auch auf Postkarten waren die Motive vielerorts in Frankfurt zu finden. Ziel war es,  das nach wie vor tabuisierte Thema Suizdalität in die Öffentlichkeit zu bringen, zu entstigmatisieren und auf Hilfsangebote hinzuweisen.

Die einzelnen Plakatmotive zum Download gibt es HIER!

1. Schul-Suizidpräventions-Tag in der Paulskirche
Donnerstag, 09.09.2020

Die diesjährige Auftaktveranstaltung zum Welttag der Suizidprävention 2021 fand gemeinsam mit dem StadtschülerInnenrat Frankfurts sowie Alix Puhl von der Puhl Foundation im Zentrum Frankfurts und an einem geschichtsträchtigen Ort statt: in der Paulskirche. Ganz besonders freute uns alle, dass Oberbürgermeister Peter Feldmann diesen besonderen Rahmen zur Verfügung stellte und zu Beginn ein Grußwort sprach.

Hintergrund des großen Engagements der Schülerinnen und Schüler war die allgemein große psychische Belastung von Jugendlichen während der Corona-Pandemie sowie sehr konkret der Suizid eines 16 Jahre alten Frankfurter Mitschülers im vergangenen Jahr. In kurzer Zeit wurde von den Schülerinnen und Schülern eine Veranstaltung organisiert, die sensibilisieren, aufklären und die Teilnehmenden vorbereiten sollte, um zukünftig gewappnet zu sein für den Umgang mit Suizidalität in ihrem Umfeld. Dazu hielten Dr. Christiane Schlang und Inga Beig von FRANS einen Vortrag über Daten und Fakten rund um das Thema Suizid, entkräfteten Mythen und gaben praktische Tipps mit Do’s und Dont’s im Umgang mit Suizidalität. Anschließend gab es für die circa 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von rund 25 Frankfurter Schulen die Möglichkeit, zu vier Fragen eigene Beiträge, Ideen, Wünsche, Bedürfnisse sowie Lösungsansätze zu sammeln. Durch die Veranstaltung gelang es, die Themen Suizidalität und psychische Erkrankungen zum Gesprächsgegenstand zu machen – für einige zum ersten Mal.  Gleichzeitig konnte FRANS die Suizidprävention und Entstigmatisierung bei jungen Menschen vorantreiben.

Zum Abschluss kam noch ein Überraschungsgast, der bei den Jugendlichen für viel Freude sorgte: Peter Wirth, besser bekannt als „der Bahnbabo“ und Frankfurts populärster Straßenbahnfahrer. Er war Teil der diesjährigen Plakatkampgane und hielt zum Abschluss der Veranstaltung ebenfalls eine mit lautem Applaus begleitete Ansprache für alle Schüler*innen.

Das Veranstaltungsformat stieß auf großes Interesse und vielfach wurde der Wunsch nach einer Wiederholung oder einem ähnlichen schulklassengeeignetem Format geäußert.

Die Veranstaltung diente zugleich dem Launch des neuen FRANS-Comics mit dem bewährten Motto „Reden kann Leben retten“. Gemeinsam mit der jungen Künsterlin Sequana Birkel und der ANKER-Agentur in Sachsenhausen und gestaltete das FRANS-Team einen Comic für Jugendliche und junge Erwachsene. Der Inhalt lenkt auf die Wichtigkeit unseren Mitmenschen mit Aufmerksamkeit und Sensibilität zu begegnen und sie auch nur bei einem vagen Verdacht konkret auf Suizidalität anzusprechen. Aber was dann? Der Comic bietet Ideen für den Umgang mit Suizidalität und wie Hilfe im Kontext Schule in Anspruch genommen werden kann.

Infostand
Samstag, 10.09.2021

Der Infostand fand am 10.09.2020 von 14.00 – 18.00 Uhr am Südausgang der Louis-Appia Passage, zwischen Ostbahnhof und EZB, statt. Dank Drogerie, Supermarkt, Straßenbahn und angrenzenden Restaurants konnten wir viele Passantinnen und Passanten mit unserem Infomaterial erreichen. Auch das FRANS Quiz sorgte wieder dafür, dass  sich die Teilnehmenden über die Themen Suizidalität und Suizidprävention informierten.

Besonderes Highlight war in diesem Jahr eine Kreide-Aktion: Die Künstlerin Sequana Birkel brachte die zwei Haupt-Charaktäre aus dem frisch erschienen Comic für Jugendliche auf den Asphalt, das FRANS-Team hatte Schablonen und Sprühkreide vorbereitet und auch „freihändig“ wurden Statements auf die Gehwege rund um den Infostand gemalt. So zierten am Ende des Tages zahlreiche Sprüche wie „Reden klann Leben retten“, „Du bist nichtt allein“ oder „Niemand kann deinen Platz einnehmen“ die Gegend.

Gedenkzeremonie
Sonntag, 12.09.2021

Auch in diesem Jahr endete die FRANS-Kampagne anlässlich des Welttags mit der sonntäglichen Gedenkzeremonie. Am nördlichen Mainufer wurde zwischen Ignatz-Bubis-Brücke und Flößerbrücke Raum für Hinterbliebene und Trauer geschaffen, um sich gemeinsam zu erinnern und zu gedenken. Ein Abschiedsritual für die Menschen, die sich das Leben genommen haben – 97 waren es im vergangenen Jahr in Frankfurt. Aber auch ein Abschiedsritual für all diejenigen, die hinterlassen wurden.

Durch die Zeremonie ab 11 Uhr führte Angela Ruhr. Zwei Mitglieder von AGUS trugen im FRANS-Netzwerk gesammelte „Gedankensplitter“ vor. Es waren Verbalisierungen des Bruchs und Einschnittes, der ein Suizid für die Angehörigen bedeutet aber auch von wohltuenden, tröstenden Worten, Zitaten oder Gedichtzeilen. Tatsächliche „Splitter“, die auf den Plätzen aller Anwesenden zu finden waren, konnten auf einer Leinwand im Sinne der japanischen Kintsugi-Kunst wieder zu etwas Neuem zusammengefügt werden, einem neuen Lebens-Mosaik.

Trotz der Pandemie, die auch weiterhin noch Abstand forderte, ließen sich Zusammenhalt und Nähe durch die im letzten Jahr eingeführten Bänder aus blauem Krepppapier spüren. Auch in diesem Jahr war die Veranstaltung musikalisch eingebettet und wir wurden von sanften Tönen eines Akkordeon-Violinen-Duos begleitet. Zum Gedenken an die Verstorbenen wurden ebenfalls wieder Rosen in den Main gegeben.

Präsenz in den Medien rund um den
Welttag zur Suizidprävention 2021

Dank der Beteiligung der 14 Persönlichkeiten an der Plakataktion wurde die Kampagne auch vielfach von den Protagonist*innen in den sozialen Medien geteilt – so Beispiel vom „Bahnbabo“, Nadja Benaissa, Benne Schröder, Susanne Fröhlich, Bärbel Schäfer und Matthias Keller. Auch die Stadt Frankfurt und die Eintracht posteten die Kampagne auf Facebook, Instagram und Twitter.

Eine Traueranzeige zum Gedanken die im vergangenen Jahr durch Suizid verstorbenen Mensch war ebenfalls wieder in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Frankfurter Neuen Presse und Frankfurter Rundschau zu finden.

Rund um die Veranstaltung in der Paulskirche gab es ebenfalls Presseberichterstattung:

Journal Frankfurt

Frankfurter Rundschau

RheinMainVerlag

Hr Die Ratgeber

RheinMainTv

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