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Rückblick Zehntausend Gründe 2020

Im Jahr 2020 läuft vieles anders als gewohnt und geplant!

Welttag der Suizidprävention

Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 10.000 Menschen durch Suizid, die Zahl der Suizidversuche liegt um ein Vielfaches höher.

Rund um den Welttag der Suizidprävention am 10. September machten das Frankfurter Netzwerk für Suizidprävention (FRANS) und der Selbsthilfe e.V. mit einer Poster- und Plakat-Kampagne sowie Print- und Online-Anzeigen auf das Tabuthema Suizid aufmerksam und brachten es so ins öffentliche Bewusstsein (gefördert durch: AOK –Die Gesundheitskasse in Hessen, BKK – Landesverband Süd, IKK classic).

Hier die Plakate zum Download:

Darüber hinaus bot FRANS auch in diesem Jahr einige Veranstaltungen an, die unter den aktuellen Hygiene-Maßnahmen durchführbar waren:

Veranstaltung im Goethe-Gymnasium
Donnerstag, 10.09.2020

Die diesjährige Auftaktveranstaltung zum Welttag der Suizidprävention 2020 fand am Vormittag des 10.09.2020 am Goethe-Gymnasium im Frankfurter Westend statt. Auf Initiative der Schule und unter Pandemie bedingtem Konzept hielt das Team von FRANS in mehreren Durchgängen Vorträge vor insgesamt knapp 250 Schülerinnen und Schülern der zehnten Klasse und der Oberstufe zum Thema Suizidalität. Im Rahmen von Projekten rund um das 500jährige Bestehen der Schule stand Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ zuletzt im Zentrum der Feierlichkeiten. Bis heute lesen Generationen von Schülerinnen und Schülern dieses Werk und beschäftigen sich in diesem Kontext auch mit dem Thema Suizid. Selten jedoch wird dies zum Anlass genommen, Suizidalität in der aktuellen Lebensrealität junger Menschen zu betrachten. Auch am Frankfurter Goethe-Gymnasium ist dieser Widerspruch in verschiedenen Fachbereichen schon seit längerer Zeit bekannt in den letzten Monaten im Fachbereich Deutsch besonders aufgefallen. In diesem Zusammenhang wurde deutlich: Die Lehrerinnen und Lehrer wünschen sich oft mehr Zeit und mehr fachliche Unterstützung im Umgang mit dieser Thematik. Denn neben der literarischen Diskussion rund um die Verhaltensmotive einer Figur gibt es nicht selten zu wenig Raum für Gespräche über potenziell vorhandene eigene lebensüberdrüssige Gedanken der Jugendlichen. Am diesjährigen Welttag der Suizidprävention verbanden sich nun die Anliegen von Goethe-Gymnasium und FRANS in einer der gemeinsamen Veranstaltung: Die Schule wurde fachlich darin unterstützt, die Themen Suizidalität und psychische Erkrankungen zum Gesprächsgegenstand zu machen und gleichzeitig konnte FRANS die Suizidprävention und Entstigmatisierung bei jungen Menschen vorantreiben.

Die Veranstaltung diente auch dazu, unser Kreativ-Projekt vorzustellen. Im Rahmen der Welttags-Kampagne rief FRANS dieses unter dem Titel „Ich krieg‘ die Krise!“ ins Leben. Die Schülerinnen und Schüler wurden eingeladen, bis Ende diesen Jahres ihren seelischen Krisen kreativ Ausdruck zu verleihen und diese einzusenden.

Dieses Projekt richtet sich allerdings nicht nur an Schülerinnen und Schüler sondern explizit an alle Frankfurter Bürgerinnen und Bürger. Interessierten finden weitere Infos sowie den Flyer HIER!.

Die Vorträg und das Kreativ-Projekt stießen im Goethe-Gymnasium auf großes Interesse!
Begleitet wurde die Veranstaltung von Matthias Trautsch, Redakteur der Rhein-Main-Zeitung. Den Link zu dessen Artikel finden Sie weiter unten unter „Präsenz in den Medien“.

Infostand
Samstag, 12.09.2020

Der Infostand fand am 12.09.2020 von 11.00 – 15.00 Uhr auf dem Bruchfeldplatz in Niederrad statt. Während der Wochenmarkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite stattfand, konnten wir einige Passantinnen und Passanten mit unserem Infomaterial und dem FRANS Quiz erreichen. Als Goodie für die Teilnahme am Quiz erhielt man eine Mund-Nasen-Maske im FRANS-Design. Viele Menschen konnten wir mit dieser öffentlichen Aktion ermutigen, sich über die Themen Suizidalität und Suizidprävention zu informieren. Und wie schon so oft konnten wir die Erfahrung machen, dass durch offenes Präsenzzeigen Stigmata und Tabus doch häufig gebrochen werden können und die Gelegenheit genutzt wird, über diese Themen zu sprechen. Besonders gefreut haben wir uns, dass ein Kamerateam von RheinMainTV sich für unseren Infostand interessierte. Für einen Beitrag der Sendung „Rheinmain im Blick“ filmte man das Geschehen rund um unseren Infostand und interviewte vor Ort Vera Pfeil, eine der Gruppenleiterinnen von AGUS e.V.. Den Link zum Beitrag finden Sie weiter unten. Anschließend fuhren wir noch in das nahe gelegene Mainfeld, um dort Infomaterialien in den Hochhäusern der Wohnsiedlung zu verteilen.

Gedenkzeremonie
Sonntag, 13.09.2020

Die FRANS-Kampagne „Zehntausend Gründe – Suizid verhindern“ schloss in diesem Jahr mit der sonntäglichen Gedenkzeremonie ab. Am nördlichen Mainufer wurde zwischen Ignatz-Bubis-Brücke und Flößerbrücke Raum für Hinterbliebene und Trauer geschaffen, um sich gemeinsam zu erinnern und zu gedenken. Ein Abschiedsritual für die Menschen, die sich das Leben genommen haben- 98 waren es im vergangenen Jahr in Frankfurt. Aber auch ein Abschiedsritual für all diejenigen, die hinterlassen wurden.

Durch die Zeremonie ab 11 Uhr führte Angela Ruhr (Bistum Limburg). Wir durften den Schirmherren von FRANS, Walter Kohl, zur Zeremonie begrüßen und seinen sowohl andächtigen als auch hoffnungsvollen Worten lauschen. Die Pandemie forderte auch hier Abstand ein. Bänder aus blauem Krepppapier ermöglichten, diesen einzuhalten und gleichzeitig alle Anwesenden Zusammenhalt spüren zu lassen und einander Halt zu geben. Auch in diesem Jahr war die Veranstaltung musikalisch eingebettet und wir wurden von sanften Tönen eines Akkordeon-Querflöten-Duos begleitet. Zum Gedenken an die Verstorbenen wurden ebenfalls wieder Rosen in den Main gegeben. Wegen der Corona-Pandemie ist vieles anders als sonst auch ein gemeinsames Verweilen und Kaffeetrinken nicht möglich gewesen. Stattdessen gab es in diesem Jahr ein kleines Proviantpaket, um symbolisch davon wie auch von der Gedenkzeremonie zu zehren und hoffentlich Kraft zu schöpfen.

Präsenz in den Medien rund um den
Welttag der Suizidprävention 2020

In diesem Jahr freut sich FRANS über besonders große Sichtbarkeit und viel mediale Aufmerksamkeit. Unsere Plakatkampagne ziert ganz Frankfurt und war zudem in vielen Online-Anzeigen geschaltet. Eine Traueranzeige zum Gedanken an die 98 durch Suizid verstorbenen Mensch war in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Frankfurter Neuen Presse und Frankfurter Rundschau zu finden. Außerdem berichtete Matthias Trautsch in der FAZ über unseren Schulbesuch – diesen Artikel griff das Social Media Team der Stadt Frankfurt auf und teilte ihn auf Facebook und Twitter. RheinMainTV strahlte seinen Beitrag am 15.09.2020 aus, diesen finden Sie jetzt in der Mediathek.

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